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Anbau der hochbuschigen Heidelbeere

Die hochbuschige Heidelbeere stammt aus Nordamerika. Die Sträucher erreichen die Höhe von bis zu 2 m, sie blühen in der zweiten Mai-Hälfte, die Beeren reifen je nach Sorte ab Anfang Juli bis Ende September. Bevor wir mit dem Anbau beginnen, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass die hochbuschige Heidelbeere zu der Familie der Heidegewächse gehört, welche sehr spezifische Bedingungen erfordern. Die Nichteinhaltung dieser Anforderungen führt zum Misserfolg.

Wahl des Standortes

Beim Großanbau der Heidelbeere wählen wir einen leichten (sandigen), saueren (pH Werte 3,5-4,5), humosen (ca. 10% Humusanteil), feuchten (Grundwasser 60 bis 100 cm) und luftdurchlässigen Boden (tiefer liegende Bodenschichten sollten durchlässig sein). Es handelt sich hierbei um Standorte in der Nähe von Kiefernwäldern bzw. in den Kiefernwäldern selbst.
Die Heidelbeere hat sehr geringe Nährstoffbedürfnisse. Ein optimaler Boden für diese Pflanze enthält:

Phosphor             1,5-2 mg P/100 g Boden
Kalium                  3-5 mg K/100 g Boden
Magnesium         2,5-4 mg Mg/100 g Boden

Sollten die Werte darunter liegen, müssen die Mängel während der Vorbereitung des Feldes zum Anbau ergänzt werden. Einen unangemessenen pH-Wert des Bodens können wir mit Kalk erhöhen und mit Schwefel senken. Eine geringe Senkung des Säureanteils im Boden können wir auch damit erzielen, indem wir dem Boden  säuernde, langsam zerfallende organische Substanzen, solche wie Hochmoor-Torf, kompostierte Rinde oder Kiefernsägespäne zugeben. Sollten sie die Heidelbeersträucher im Hausgarten pflanzen, können sie ziemlich einfach optimale Bedingungen schaffen, indem sie in das Pflanzloch etwa 50 l saueren Torf, Walderde, Rinde oder kompostierte Sägespäne hinzufügen. Im Falle eines für diese Zwecke ungeeigneten Bodens (sehr dichter Boden, mit einem hohen pH-Wert), geben sie in ein mit Folie ausgelegtes Pflanzloch mit dem Durchmesser von 80-100 cm und Tiefe von 30 cm, eine Mischung aus z.B. Torf, Rinde und Walderde zu.

Pflanzen und deren Sorten

Das Pflanzgut sollte 2 bis 3 jährig sein, vegetativ fortgepflanzt, in Containern oder mit Wurzelklumpen.
Die Wahl der Sorten für die jeweilige Plantage hängt von mehreren Bedingungen ab und erfordert eine entsprechende Beratung. In einem kleinen Hausgarten sollte man mehrere Sorten pflanzen, von frühen bis zu späten Sorten, damit man von Anfang Juli bis Ende September die Beeren ernten kann, und um eine bessere Befruchtung der Blumen zu sichern.

Sorten der hochbuschigen Heidelbeere »

Pflanzabstand

Der Abstand zwischen den einzelnen Reihen, auf großen Plantagen, sollte mindestens 3 Meter betragen. Es ermöglicht einen Maschinenanbau und eine bequeme Ernte. Die Pflanzen werden je 0,9 -1,2 m gepflanzt. In Hausgärten können die Sträucher im Abstand von 1x2,5 m gepflanzt werden.

Beregnung

Wasser ist einer der wichtigsten Faktoren beim Anbau von Heidelbeeren. Da Heidelbeeren Flachwurzler sind, dessen Wurzelsystem dicht ist, sind sie gegen Wassermangel hochempfindlich, vor allem unmittelbar nach der Pflanzung und im ersten Jahr danach. In regenarmen Perioden müssen die Sträucher mindestens einmal die Woche mit ca. 10-20 l Wasser bewässert werden. Während der immer länger andauernden trockenen Perioden im späten Frühling und frühen Sommer, ist es sehr risikoreich große Plantagen ohne Bewässerungssysteme zu führen.

Anbau

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Plantage zu führen. In unserem Betrieb hat sich Rasen zwischen den einzelnen Reihen und Mulchschicht aus Sägespänen in den Pflanzenreihen bewehrt. Andere Plantagebesitzer setzen auf Herbizid-Brachland oder schwarzes Brachland.

Unkrautbekämpfung

Die Pflanzen werden in unkrautfreien Boden gepflanzt! Je nach Unkrautsorte benutzen wir ein entsprechendes Herbizid bzw. bauen wir den Boden mechanisch an. Das Unkraut, welches nach der Pflanzung der Sträucher  auftaucht, muss man sofort bekämpfen. Grund dafür ist der Kampf um Wasser und Nährstoffe. Ein Massenzuwachs von Unkraut kann durch eine Mulchschicht in den einzelnen Pflanzenreihen vermieden werden.

Mulchschicht

Eine Mulchschicht verhindert einerseits einen großen Unkrautzuwachs, mindert den Wasserverlust und regelt die Bodentemperatur, und anderseits liefert es den Sträuchern organische Substanzen. Die Mulchschicht muss man je 2-3 Jahre nachfüllen. Man kann verschiedene Mulchschichten benutzen, nicht nur organische, sondern auch synthetische, wie Folie. Unsere Erfahrung lässt uns meinen, dass die Mulchschicht aus Sägespänen der Nadelbäume dafür am besten geeignet ist.

Düngung

Nachdem der Boden für eine Plantage optimal vorbereitet wurde, prüft man während des Wachstums der Sträucher den Gehalt der Nährstoffe im Boden in Bodenprobenanalysen. Hierbei ist zu beachten, dass die Heidelbeere höchst empfindlich gegen Stickstoffmangel ist. Bei Verwendung von Mulchschichten muss man die Stickstoffdosis verdoppeln. Andererseits kann man die Sträucher der Heidelbeere auch leicht überdüngen, aus diesem Grund empfehlen wir die Düngung mit Stickstoff (Ammonsalpeter, Ammonsulfat) in kleinen Dosen und Düngung je nach Bedarf. Bevor sie mit einer Plantage beginnen ist es empfehlenswert sich mit Mangel- und Übermasserscheinungen von Nährstoffen bekannt zu machen. In Privatgärten düngen wir die jungen Sträucher im Herbst, nach Vegetationsende, mit einer 30 g Dosis pro Strauch. Im Frühling, am besten ab Anfang Mai bis Anfang Juli, versorgen wir die Sträucher mit drei Dosen je 10 g Ammonsulfat oder mit zwei Dosen je 10 g Ammonsalpeter. Man kann auch langsam wirkende Dünger benutzen (Plantacote, Osmocote), unter Berücksichtigung der Packungsanleitungen und in kleineren Dosen, solche wie z.B. für Nadelbäume. Jahr für Jahr vergrößern wir die Dosis um etwa 1/3, so dass wir im 6 Jahr nach der Bepflanzung die Sträucher mit einer Dosis von 150 g  Dünger der oben genannten Sorte düngen und 100-150 g des Stickstoff-Düngers. Man kann auch speziellen Dünger für hochbuschige Heidelbeeren nehmen und diesen unter Berücksichtigung der Anweisungen auf der Packung anwenden.

Schnitt

Bis zu 4 Jahre nach der Pflanzung der Sträucher ist nur ein sog. Sanitärschnitt notwendig, d.h. Entfernung von kranken, schwachen, beschädigten Trieben. Auflockerungs- und Verjungungsschnitt wird ab dem 5 Jahr nach der Pflanzung angewendet. Dabei werden die ältesten und die dichtzugewachsenen Triebe ohne einjährigen Zuwachs verkürzt bzw. entfernt. Optimaler Zeitpunkt zum Schnitt ist Ende der Winterzeit und Frühlingseinbruch.

Windschutz

Die Heidelbeere wächst sehr gut in sonnigen, stillen, vor starken Winden gut abgeschirmten Standorten. Auf größeren, offenen Plätzen sollte man einen Windschutz z.B. aus Nadelbäumen bauen.

Schutz

Die hochbuschige Heidelbeere bedarf keines intensiven Schutzes vor Schädlingen und Krankheiten. Es ist ihr zusätzlicher Vorteil sowohl für die Plantagebesitzer als auch die Konsumenten. Beim Anbau der Heidelbeere für den eigenen Bedarf kann man auf die chemischen Schutzmassnahmen komplett verzichten. Beim Auftauchen von Schädlingen diese per Hand vernichten. Kranke Pflanzenteile abschneiden.

Fruchten und Ernte

Der Ertrag aus einem Strauch in seiner höchsten Fruchtzeit (6-7 Jahre nach dem Anbau), beträgt je nach Sorte 3 bis 6 kg. Auf einer gut geführten Plantage kann der Ertrag ca. 10 Tonnen pro Hektar betragen. Die Beeren werden per Hand geerntet, ein paar Tage nach dem sie ihre endgültige Farbe erlangen, denn erst dann haben sie den entsprechenden Geschmack und das entsprechende Aroma.

   
     
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