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Gesundheit

Die Früchte der Heidelbeere verfügen über Eigenschaften, die sich durch eine enorme Bedeutung in der Prophylaxe bei solchen Kulturkrankheiten, wie Krebs und Kreislaufkrankheiten auszeichnen. Unter den von amerikanischen Wissenschaftlern 40 untersuchten Frucht- und Obstsorten gewann die Heidelbeere den ersten Platz für den Anteil an Antioxidantien, d.h. Substanzen die freie Radikale absorbieren. Den zweiten Platz gewann der Weintraubensaft, mit einem Niveau der Antioxidantien um 1/3 kleiner als bei der Heidelbeere. Weitere Plätze teilen sich die Erdbeere, Grünkohl und Spinat. Es hat sich herausgestellt, dass die Früchte der Heidelbeere fünfmal so viel Antioxygene enthalten, als dieselbe Menge Erbsen, Mohren, Äpfel, Gartenkürbis oder Brokkoli.

Wieso sind diese Verbindungen so wichtig? Um das klar zu machen, muss man wissen, wie freie Radikale entstehen und funktionieren. Es sind schwankende Sauerstoffverbindungen, Nebenprodukt des Stoffwechsels im menschlichen Körper. Sie entstehen in diesen Teilen der Körperzelle, in denen der Stoffwechsel stattfindet. Freie Radikale werden von Vitamin E ergriffen und neutralisiert, wodurch sie selbst zu freien Radikalen wird. Diese werden von Vitamin C ergriffen, aus der Zelle entfernt und an andere Substanzen weitergeleitet. Ein Teil der freien Radikale kommt aus der Zelle heraus. In der Suche nach Gleichgewicht geriet der Radikale sehr leicht in Reaktion mit anderen Substanzen, dadurch erlangt er sein Gleichgewicht und vernichtet die Substanzen um sich herum. Freie Radikale in der Haut vernichten Kollagenfasern, was zur Hauterschlaffung und zu Falten führt, im Auge beschleunigen sie den Katarakt, in den Blutgefässen oxidieren sie das Cholesterin wodurch sie die Atheromatose beschleunigen. Sollten sie in den Zellkern gelangen und das DNA beschädigen, können sie zu Krebs führen.

Die Entstehung von freien Radikalen wird von Zigarettenrauch, UV-Strahlen und Umweltverschmutzung begünstigt. Substanzen die diese freien Radikale neutralisieren stellen eben Antioxidantien dar. Dazu zählen Vitamine A, C und E und Anthozyan, d.h. Farbstoff, dank welchem die Heidelbeere dunkelblau ist (und z.B. die Erdbeere rot), Flavonole und andere nicht identifizierte Substanzen, dessen antioxidierende Wirkung noch nicht ausreichend erforscht wurde. Eine regelrechte Wirkung der Antioxidantien bedarf solcher Mineralien, wie Selen, Zink, Kupfer und Mangan, die man auch in den Früchten der Heidelbeere findet.

Eine weitere Substanz, dank welcher die hochbuschige Heidelbeere einen so hohen Kostwert besitzt, ist das Phytoöstrogen (d.h. pflanzliche Hormone). Den größten Anteil an Phytoöstrogenen unter den Heidegewächsen enthält die Moosbeere (fünfmal so viel wie die amerikanische Heidelbeere und die Blaubeere) und die Preiselbeere (dreimal so viel), jedoch sowohl die Beeren der Moosbeere als auch der Preiselbeere werden roh nicht gegessen, und während deren Verarbeitung (Kochen) verlieren diese Substanzen an deren Wirkung. Sogar beim trocknen werden ca. 20% der Phytoöstrogene vernichtet. Die einzige zu empfehlende Konservierungsmöglichkeit der Früchte, ohne Verluste dieser wertvollen Substanzen, ist die Kühlung. Während des Metabolismus verhindern die Phytoöstrogene die Wirkung der Enzyme, die für den hormonabhängigen Krebs bei Frauen und Männern zuständig ist. Forschungen haben nachgewiesen, dass die Phytoöstrogene die Menschen vor Arteriosklerose und Herzkrankheiten schützen, indem sie den "schlechten" (LDL) Cholesterinspiegel mindern und den "guten" (HDL) erhöhen.

Darüber hinaus enthalten die Früchte der Heidelbeere Ellag- und Folsäure, dessen Wirkung zurzeit Gegenstand der Forschungen ist. Wahrscheinlich sind das Hemmstoffe (Barrieren) für krebsfördernde Substanzen. Forschungen an Mäusen haben erwiesen, dass die Ellagsäre die Krebsentwicklung an Leber, Lunge und Speiseröhre stoppt, und Folsäure vor Gebärmutterkrebs schützt und einen guten Einfluss auf die Fötalentwicklung hat.

Eine enorm wichtige Rolle im menschlichen Körper hat der Zellstoff, der in 100 g der Früchte der Heidelbeere mit 4,54 g vertreten ist, bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 25g. Ähnlich wie im Fall anderer Substanzen, ist die Wirkung des Zellstoffs noch nicht ganz erforscht worden. Man nimmt an, dass der Zellstoff dabei hilft die Zeit des Verbleibens der Nahrung in der Speiseröhre zu verkürzen. Ein Teil der Wissenschaftler ist der Meinung, dass manche Darmbakterien imstande sind die Gallensäure in krebserregende Substanzen umzuwandeln. Der Zellstoff in der Nahrung bindet sich mit Gallensäuren und wahrscheinlich mit anderen toxischen Verbindungen, wodurch er sie verdünnt und aus dem Körper aussondert. Interessant sind die Ergebnisse der Rattenversuche, durchgeführt von Neurologen aus der Universität in Boston. Die Tiere sind in zwei Gruppen aufgeteilt worden, eine davon fütterte man mit Heidelbeeren. Nach ein paar Wochen hat sich herausgestellt, dass die Ratten aus der Heidelbeer-Gruppe lebhafter und deren Geist leistungsfähiger, als der der anderen Gruppe ist. Sie verfügten über ein leistungsfähigeres Gedächtnis und bessere physische Aktivität - sie rannten schneller, wiesen eine bessere Bewegungskoordination und Reflex nach. Weitere Forschungen wiesen nach, dass bei Tieren die mit Heidelbeeren gefüttert wurden der Signalaustausch zwischen den einzelnen Nervenzellen weit beschleunigt wird, durch die leistungsfähigere Kommunikation zwischen den Neuronen wird die Aufgabenausführung beschleunigt. Der Mechanismus der "Verjüngung" ist noch unklar. Ebenfalls unbekannt ist die regenerierende Wirkung der Heidelbeere auf das menschliche Sehvermögen, welche schon vor Jahrzehnten festgestellt wurde.

Heidelbeeren sind in Japan ein populäres unkonventionelles Arzneimittel, wo Menschen die an Computern arbeiten Heidelbeersäfte trinken, um gegen das Ermüden der Augen zu kämpfen. Heidelbeer-Vitamintabletten finden sie in japanischen Bioläden. Heidelbeeren beugen einem Bakterienbefall vor, dies bezieht sich vor allem auf die E. coli-Bakterie, die zur Infektion im Harnsystem führt. Der Saft aus Heidelbeeren enthält Substanzen die das Haften von Bakterien an der Blasenwand und die Erzeugung einer Infektion verhindern.

   
     
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